Wir müssen zuerst die Wurzeln bearbeiten, ehe wir Frucht erwarten können.

Von Arni Klein

Anbetung ist unsere Reaktion auf die Gegenwart des Herrn, und Evangelisation ist die natürliche Folge eines Lebensstils der Anbetung. Beides gehört zusammen. Markus schrieb: Jesus stieg auf einen Berg und rief die zu sich, die er erwählt hatte, und sie kamen zu ihm. Und er setzte zwölf ein, die er bei sich haben und die er dann aussenden wollte, damit sie predigten und mit seiner Vollmacht Dämonen austrieben.“ (Markus 3,13-15)

Wie wir uns abgemüht haben! Was wir nicht alles versucht haben! Wir haben für die unzähligen verlorenen und sterbenden Seelen zum Herrn geschrien, damit sie das Brot des Lebens essen und leben. Im Angesicht der um sich greifenden, tödlichen Blindheit, die die Welt erfüllt, beschleicht viele im Leib des Messias ein frustrierendes Gefühl der Unfruchtbarkeit. Trotz aller Bücher, Seminare, Kurse, Kassetten und Technologie, trotz aller Methoden und Programme erreichen wir – im Allgemeinen – nicht die Ebene des geistlichen Lebens, die wir bei den einfachen Gläubigen der Gemeinde des ersten Jahrhunderts erkennen können. Vielleicht haben wir unsere Schwerpunkte falsch gesetzt. Möglicherweise haben wir Frucht erwartet, ehe wir uns um die Wurzeln gekümmert haben. Nur ein einziger Faktor kann diesen Mangel beheben, und diese Gegebenheit kann nicht einmal durch all die Klugheit, Hilfsmittel oder Reichtümer des Schöpfers ersetzt werden, die er selbst in die Hände seiner Kinder gelegt hat: die Gegenwart des Herrn. Sie ist das Ziel und der Weg für jede Hoffnung, jeden Traum und alles Sehnen des menschlichen Herzens. Wenn wir so mit ihm verbunden bleiben und er mit uns, wird er die Arbeit tun und die Schlachten schlagen. Unsere Aufgabe wird es nur noch sein, die Kriegsbeute in die Scheunen zu sammeln.

Gott hat uns geschaffen, weil er mit uns Gemeinschaft haben wollte. Wir müssen nicht darum betteln, dass er seine eigenen Wünsche erfüllt. Wenn wir die offenbarte Gegenwart des Herrn in unserem Leben nicht bewusst erfahren, mag der Grund dafür vielleicht im folgenden Vers aus 2.Mose 33,3 zum Ausdruck kommen: „Ich selbst ziehe nicht in deiner Mitte hinauf, denn du bist ein störrisches Volk. Es könnte sonst geschehen, dass ich dich unterwegs vertilge.“

Könnte es nicht sein, dass Gott uns in seiner Barmherzigkeit nicht zu nahe kommt, weil wir das Feuer seiner Gegenwart nicht überleben würden? Wir können seine Liebe nicht von seiner Heiligkeit trennen. Er ist ein verzehrendes Feuer!

 

Anbetung

Um eine Haltung von Anbetung zu bewahren, müssen wir ein sehr empfindliches Gleichgewicht aufrecht erhalten. Gebet ist ein wichtiger Faktor, aber es ist nicht das, was wir reine Anbetung nennen. Das Herz Gottes könnte möglicherweise das am meisten vernachlässigte „Missionsfeld“ der Welt sein. Für gewöhnlich kommen wir mit den verschiedensten Bitten und Anliegen zu ihm. Nicht, dass wir dies nicht tun sollten, aber es ist auch nötig, dass wir uns als ein lebendiges Opfer hingeben, allein aus dem Wunsch, ihn zu segnen. Obwohl man Anbetung auf die unterschiedlichsten Arten ausdrücken kann – wobei die meisten Menschen in erster Linie an Musik und Gesang denken – ist Anbetung zuallererst eine Herzenshaltung. Auf dieser Grundlage wollen wir nun Anbetung als die entscheidende Waffe der geistlichen Kampfführung betrachten.

Durch die ganze Schrift hindurch gingen im Krieg die Sänger, Musiker und Priester der Armee Israels voran und bliesen die Posaunen. In 2.Mose 17,10-11 lesen wir: „Josua tat, was ihm Mose aufgetragen hatte, und kämpfte gegen Amalek, während Mose, Aaron und Hur auf den Gipfel des Hügels stiegen. Solange Mose seine Hand erhoben hielt, war Israel stärker; sooft er aber die Hand sinken ließ, war Amalek stärker.“ Hier, in diesem historischen Moment, als Israel seine erste Schlacht überhaupt kämpfte, stellte Gott von Anfang an ein für alle Mal klar: der Kampf ist die Sache des Herrn. Unsere Aufgabe ist es, ihm mit radikaler Hingabe zu vertrauen, trotz und besonders angesichts des Spotts der Feinde, ihrer Drohungen und Anschläge. Der Schlüssel für den Sieg in den himmlischen Regionen besteht nicht darin, dass wir uns auf einen Nahkampf mit dem Feind einlassen, sondern darin, dass wir uns auf die Seite des Herrn stellen und unsere Augen auf ihn gerichtet halten. Wir nähern uns dem Ende des Zeitalters, und die Verzweiflung im Reich der Finsternis nimmt immer mehr zu. Das führt uns in einen Kampf gegen die dämonischen Mächte und Weltbeherrscher. Es wird Zeiten geben, in denen allein die Gegenwart des Herrn den Sieg erringen wird.

Im Leben von König David können wir ein gutes Beispiel für die Verbindung von Anbetung und Kampfführung erkennen. Der Sohn Isais war sowohl der vollkommene Anbeter als auch der vollkommene Kämpfer. Die hebräische Sprache zeichnet die Verbindung dieser zwei Elemente nach: Aus der Wurzel des Wortes für Ewigkeit „netzach“ leitet sich der Begriff „menatzeach“ ab, der sowohl Dirigent als auch Überwinder bedeutet. Da der Sieger und der Lobpreisleiter dem Sinne nach ein und dieselbe Person sind, erhalten wir so eine grundlegende Einsicht in die Waffen und Art unserer Kampfführung. David, König von Israel, ob im Sieg oder umgeben von Schwierigkeiten, brachte seine Umstände dem Herrn und glaubte Gott, der mit ihnen fertig werden würde.

Um die Kraft der Musik und der Anbetung aus biblischer Sicht besser verstehen zu können, ist es wichtig zu wissen, dass Satan der „umgebende Cherub“ und selbst eine Quelle der Musik war. Er hatte Flöten, Saiteninstrumente und Zimbeln in sich. Deshalb gehen viele Theologen davon aus, dass er der „Anbetungsleiter“ im Himmel gewesen war, der den Thron Gottes mit Musik umgab. Musik ist neben dem Wort wahrscheinlich die stärkste und einflussreichste Kraft in der Hand des Menschen. Wenn unsere Herzen dem Herrn des Lichts zugewandt sind, werden unsere Klänge zu tödlichen Waffen gegen die Finsternis. Aber noch wichtiger ist die Tatsache, dass wir mit unserer Anbetung einen Thron bauen und dass der Herr dadurch im Lobpreis seines Volkes wohnt. Im Licht seiner strahlenden Herrlichkeit flieht die Finsternis.

Der menschliche Verstand hat Schwierigkeiten, geistliche Lösungen mit natürlichen Problemen in Zusammenhang zu bringen. Einen Hagel feindlicher Kugeln mit Noten und Klängen zu bekämpfen, ist ein schwieriges Konzept. Aber so ist Gott selbst auch. Er hat weder Anfang noch Substanz, die in Existenz gesprochen worden wäre. Es ist einfach: Wenn die Gegenwart Gottes auf uns kommt, die wir auf sein Erscheinen warten, reagieren unsere Herzen mit Anbetung und Bewunderung. Wenn wir im Angesicht geistlicher Finsternis, die letzten Endes für immer verschwinden wird, genau so reagieren, wie wir es tun, wenn wir nur ihn ansehen, bedecken wir die Finsternis mit Licht, das Sichtbare mit dem Unsichtbaren. Wir bedecken das Zeitliche mit dem Ewigen und bereiten so einen Ort für die Gegenwart des Herrn vor.

 

Kampfführung

Ein genauerer Blick auf die geistlichen Fundamente Israels verschafft uns nicht nur eine bessere Einsicht in den geistlichen Zustand der Nation, sondern er spiegelt auch das Glaubensleben des Volkes wider. Kanaan, der Vater der Kanaaniter (der ursprünglichen Einwohner des Verheißenen Landes), der Sohn Hams, der Sohn Noahs, wurde von seinem Großvater Noah verflucht, weil Ham Noahs Blöße aufgedeckt hatte. Seit dieser Zeit liegt dieser Fluch auf dem Land, das seinen Namen trug. Kanaan bedeutet sogar „Erniedrigung/Demütigung“. Wenn wir die heutige Situation aus dieser Perspektive betrachten, ist es nur logisch, zumindest teilweise, dass der kanaanäische Einfluss Anklage und Zwietracht fördert. Hier zeigt sich das Wesen des gefallenen Engels.

Als das Land unter den zwölf Stämmen aufgeteilt wurde, erhielt Dan die Gegend um Tel Aviv zugeteilt. Die Amoriter, die dort wohnten, waren zu mächtig für Dan; er konnten sie nicht vertreiben. So war Dan gezwungen, sich ein anderes Siedlungsgebiet zu suchen. Aber dadurch behielten die Mächte der Amoriter die Kontrolle über dieses Gebiet. Dan ist der einzige Stamm, der nie sein Erbe besetzt oder für sich eingenommen hat. Deshalb ist Tel Aviv seit der Zeit Noahs noch nie vom kanaanäischen Einfluss befreit worden. (Auch die übrigen Stämme Israels haben nie alle Bewohner vollständig vertrieben, wie der Herr es eigentlich befohlen hatte, aber zumindest hatten sie die Völker so weit bekämpft und besiegt, dass sie in ihrem Erbe wohnen konnten.) Die Quelle der amoritischen Stärke finden wir in der hebräischen Bedeutung ihres Namens – „Sprecher.“ Diese Macht bewegt sich auf der Ebene der schöpferischen Kraft, die das ganze Universum hervorgebracht hat – auf der Ebene des gesprochenen Wortes. Gott hatte Dan dazu auserwählt – sein Name bedeutet Richter – gegen die Sprecher aufzustehen. Das ist eine ebenbürtige Gegenüberstellung. Dans Salbung hätte die falschen Aussagen und Lügen aufdecken sollen, die von diesem mächtigen Geist der Amoriter ausgesendet wurden. Weil Dan aber seine Berufung nicht erfüllte, fehlten gerechte Gerichtssprüche und Unterscheidung im Land, und die Lügenaussagen der Kanaaniter wurden bis heute nicht konfrontiert. Obwohl das Land von hungrigen Seelen erfüllt ist, die Gott suchen, verhindert die Verwirrung in ihrem Verstand, dass sich die Wahrheit in ihrem Herz verwurzeln kann.

Jakobs letzte Prophetie für Dan unterstreicht diese Tatsache noch zusätzlich: Dan richtet sein Volk wie nur einer von Israels Stämmen. Zur Schlange am Weg wird Dan, zur zischelnden Natter am Pfad. Sie beißt das Pferd in die Fesseln, sein Reiter stürzt rücklings herab. Auf deine Hilfe harre ich, Herr!“ (1.Mose 49,16-18)

Dan war berufen, sein Volk zu richten. Doch nur als einer der Stämme. Was würde dazu führen, dass Dan kein Stamm mehr wäre? Die Tatsache, dass er sein Erbe nicht eingenommen hat. Und dennoch wird Gott, wie Jakob vorausgesagt hat, am Ende alles wieder zurechtrücken.

So sicher, wie wir im Jahre 1998 unser erstes Jubeljahr seit der Zeit der Bibel gefeiert haben, ist auch die vorherbestimmte Zeit für Israel gekommen, in sein geistliches Erbe einzutreten. Eine erstaunliche Tatsache, die das bestätigt, ist im Feigenbaum zu erkennen, der symbolisch für das politische Israel steht, und der nur 50 Jahre lang Frucht trägt. Im Frühjahr 1997 spürten wir, wie der Geist Gottes uns sagte, dass die Zeit nun gekommen war, um das Erbe Dans einzunehmen. Als Gott in 1. Mose 15 mit Abraham über die Zukunft seiner Nachkommen sprach, sagte er: „Erst die vierte Generation wird hierher zurückkehren; denn noch hat die Schuld der Amoriter nicht ihr volles Maß erreicht.“ (1. Mose 15,16) Der Zeitpunkt des Auszuges aus Ägypten wurde nicht vom Schrei des Volkes nach Befreiung bestimmt, wie man anhand der Geschichte in 2. Mose 3,7 denken könnte, sondern das Maß der Schuld der Amoriter war voll. Wie es im Natürlichen war, so ist es auch im geistlichen Bereich. Wir müssen uns erneut mit dem Geist der Amoriter befassen.

Jaffa/Tel Aviv ist Israels Kulturzentrum und Kommunikationszentrale, die am dichtesten bevölkerte Stadt, der älteste Hafen der Welt und das „nationale Hauptquartier“ für zehntausende junge Menschen auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Das ist keine Festung, die der Feind ohne Weiteres aufgeben wird. Dazu kommt, dass diese dunkle Macht kein Eindringling ist, der sich eingeschlichen hat, als gerade niemand hinsah, sondern sie ist eine uralte Macht, die fest gepflanzt und tief im Land verwurzelt ist. Die Auswirkung davon, dass dieses Land nicht in Besitz genommen wurde, ist nicht allein auf die Grenzen von Tel Aviv oder Israel beschränkt. In gleicher Weise, wie das Gesetz von Zion ausgeht und das Wort von Jerusalem, verstärkt die Tatsache, dass Israel zur prophetischen Proklamation berufen ist, alles, was aus dem Land hervorgeht.

Nur wenn wir wirklich gemeinsam in Einheit vorangehen, werden wir diese Macht der Amoriter vertreiben und den gefangenen Verstand und die Herzen der Menschen freisetzen, damit sie die Wahrheit erkennen können. Der junge Leib des Messias in Israel ist im Moment noch nicht fähig, sich in der notwendigen Autorität zu bewegen, um diese Aufgabe auszuführen. Die Strategie, die der Herr uns gegeben hat, besteht darin, dass wir fortwährende Anbetung aufgerichtet haben, wie es in der Zeit Davids vor der Bundeslade der Fall war, und dass wir einen Ort für die Gegenwart des Herrn vorbereiten. Wenn wir diesen Ort vorbereiten, wird er auf jeden Fall kommen. Im Angesicht seiner Herrlichkeit wird der Feind fliehen und die Gefangenen der Finsternis werden befreit.

Aus dieser Perspektive der Rolle Israels im geistlichen Kampf wollen wir darüber nachdenken, wie die Aufgabe Israels aussieht, um Anbetung in der ganzen Welt freizusetzen. Israel wurde aus der Gefangenschaft heraus gerufen und zu einem Volk gemacht, das Gott anbeten und die Erkenntnis Gottes in aller Welt verbreiten sollte. Es ist nur vernünftig anzunehmen, dass Gott sie auch dazu ausgerüstet hat, wenn er sie berufen hat, nicht nur um das Wort zu lehren, sondern um ein lebendiges Beispiel zu sein und die Salbung für Anbetung an die Nationen weiterzugeben. Die Schrift spricht über Israel als „den Augapfel Gottes.“ Das ursprüngliche hebräische Wort für „Auge“ bezeichnet einen „Brunnen“, etwas wie ein Auge in einer Landschaft (Strong’s Concordance Nr. 5869). In Sacharja 2,12 bezeichnet das hebräische Wort für „Apfel“ von seiner Bedeutung her einen „ausgehöhlten Ort,“ wie ein Tor (Strong’s Concordance Nr. 892). Vom Wortstamm her gesehen könnte man lesen: „das Tor des Brunnens.“ Israel ist mehr als ein prophetisches Zeichen; es ist eine Quelle und ein Kanal für den Segen Gottes, seiner Versorgung und Salbung für die Welt und besonders für den Rest des Leibes des Messias. Weltweit wird Anbetung erst dann ihr volles Potential erreichen, wenn Israel in seine Fülle eintritt.

 

Israel

Der Herr gab Petrus die Schlüssel zum Reich Gottes in die Hand. Im Haus Gottes gibt es viele Räume. Jeder dieser Räume hat eine Türe und einen Schlüssel. Der Platz Israels und des jüdischen Volks in den Plänen Gottes stellt den Schlüssel zu der Türe eines wichtigen Raumes dar, wenn nicht sogar zur Eingangstüre in das Haus. 1. Mose 12,3 beschreibt eine prophetische Aussage Gottes von gewaltigem Ausmaß. Gott sagte zu Abraham: „Ich will segnen, die dich segnen; wer dich verwünscht, den will ich verfluchen. Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen.“ Eine genauere Übersetzung des Originaltextes wäre: „Ich will segnen, die dich segnen, und die dich gering schätzen, werde ich bitterlich verfluchen…“ Wenn wir im Leib des Messias das Herz Gottes für Israel und seine strategische Position darin nicht verstehen, nämlich dass Gott sein Volk als seinen Sohn bezeichnet (vgl. 2. Mose 4,22-23), kommen wir ganz bestimmt unter einen bitterlichen Fluch. Allein diese Tatsache könnte möglicherweise das Versagen der modernen gläubigen Gemeinschaft erklären, warum sie keinen Erfolg hat und der Macht des Reiches der Finsternis nicht effektiv entgegentreten kann.

Jeshua sagte, er sei nur für die Kranken gekommen. Ehe er wiederkommt, müssen die Menschen ihre Bedürftigkeit erkennen. Paulus schreibt in Römer 3,20: „…denn durch Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.“ Gott suchte eine Person – ein Volk – dem er seine gerechten Verordnungen und die Offenbarung seiner Heiligkeit weitergeben konnte. Gott fand Abraham, einen Mann, den er seinen Geliebten nannte (Jesaja 41,8), und gab ihm seine Torah (Lehren) für seine Nachkommen. Dieser Segen kam das Volk Israel teuer zu stehen. Paulus schreibt in Römer 4,15: „…Das Gesetz bewirkt Zorn; wo es aber das Gesetz nicht gibt, da gibt es auch keine Übertretung.“ Und in Römer 7,9 sagt Paulus: „Ich lebte einst ohne das Gesetz; aber als das Gebot kam, wurde die Sünde lebendig, ich dagegen starb.“ Richtigerweise könnte man sagen, dass der Empfänger des Gesetzes Gottes – Israel – teilweise das Gericht des Gesetzes auch für den Rest der Welt erlitten hat, damit der Plan des Vaters erfüllt und der Weg des Messias vorbereitet würde. Alle nachfolgenden Kinder der Patriarchen haben die Last dieser göttlichen Berufung auf ihren Schultern getragen. Folglich könnte man erwarten, dass sie einen speziellen Platz in seinem Herzen einnehmen.

Die Juden sind nicht nur der Kanal für das Gesetz Gottes und für sein Lamm gewesen, sie sind der Schlüsselfaktor, der seine Wiederkunft beeinflussen wird, sobald sie ihn annehmen und erkennen. Jeshua sagte in Jerusalem: „Von jetzt an werdet ihr mich nicht mehr sehen, bis ihr ruft: Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn!“ (Matthäus 23,39). Aus dieser Sicht wird Satan alles daran setzen, Israel davon abzuhalten, Jeshua zu erkennen. Wo sind wohl seine tödlichsten Streitkräfte stationiert? Dort, wo er am meisten gefährdet ist! Könnte es sein, dass es territoriale Mächte über Israel gibt, deren Aktivitäten und Einfluss weltweit zu spüren sind? Ist es möglich, dass Paulus in Römer 11,15 darauf Bezug nimmt: „Dann wird ihre Annahme nichts anderes sein als Leben aus dem Tod.“ Gott gebrauchte Israel als Köder, um Pharaos Heerscharen im Roten Meer zu zerstören. Wird Israel erneut auf dieselbe Art und Weise gebraucht werden? Wenn dem so ist, wie sollte dann die Reaktion der übrigen Gläubigen anders aussehen als ihnen die Arme hochzuhalten?

Letzten Endes geht es bei Israel um die Herrlichkeit Gottes, um seinen Ruf, seine Herrschaft, seine Ehre, seine Strategie und seine vorherbestimmten Abläufe. Bei Gott gibt es kein Ansehen der Person, und er liebt wirklich jedes menschliche Wesen als seine kostbare Schöpfung. Aber was Israel betrifft, so hat es eine einzigartige Berufung und Bestimmung für Gottes Wahrheit als Nation zu erfüllen.

„Denn, das sage ich, Christus ist um der Wahrhaftigkeit Gottes willen Diener der Beschnittenen geworden, damit die Verheißungen an die Väter bestätigt werden. Die Heiden aber rühmen Gott um seines Erbarmens willen.“ (Römer 15,8-9)

 

Geistliche Autorität

Gott gab den Kindern Israels das Land Kanaan zum Erbe. Er sagte zu Josua: „Jeden Ort, auf den eure Fußsohle treten wird, habe ich euch gegeben.“ (Josua 1,3) Das ist das einzige Mal, wo wir hören, dass Gott ein Volk angewiesen hat, einem anderen Volk etwas auf diese Art zu nehmen. Israel nahm das Land durch die Autorität Gottes ein. Wir wissen nicht, ob die Kolonialmächte, die die ganze Welt durchzogen haben, das Gleiche vor Augen hatten, als sie diese „unzivilisierten Heiden und Eingeborenen“ auslöschten und ihr Land besetzten. Wie auch immer ihre Gedanken gewesen sein mochten, sie bezogen eine spezifische Anordnung Gottes auf sich, die er aber nur Israel gegeben hatte.

Lukas 10,19 erklärt, dass wir Autorität („exousia“) über alle Kraft („dunamis“) des Feindes haben. Autorität kann man sich nicht erkämpfen oder erstehlen. Sie wird übertragen, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. Es ist wie mit dem Besitz eines Hauses. Lässt man es leer stehen, nisten sich illegale Hausbesetzer ein. Wenn diese Hausbesetzer und unautorisierten Gäste versuchen würden, das Haus zu verkaufen oder das Eigentum an diesem Grundstück auf einen Dritten zu übertragen, würden die offiziellen Staatsangestellten sie nicht als dazu berechtigt anerkennen. Eindringlinge setzen Macht und Stärke ein, keine Autorität. Im System dieser Welt wird viel, wenn nicht das Meiste, durch Macht bewirkt, sei es durch körperliche Kraft, finanzielle Mittel oder seelische Kraft (seelische Kraft ist der Gebrauch von emotionalen oder mentalen Mitteln, um eine Situation zu beeinflussen oder zu manipulieren). Menschen reagieren auf Druck. Das Reich Gottes existiert auf einer anderen Ebene und wird nicht durch unsere Kraft oder unser Wissen beeinflusst. Es funktioniert nur mit echter Autorität, die von Gott kommt. Letzten Endes ist Gott allein mächtig genug, um die Mächte der Dunkelheit zu bekämpfen, weil er Geist und Licht ist, doch wir haben Anteil daran, seinen Willen auf der Erde auszuführen. Die Kraft Gottes bestätigt Autoritäten, die von ihm eingesetzt sind. Genau das fürchten die Dämonen. Es mag sein, dass alle ursprünglichen Bewohner der Erde (die Ureinwohner) unterdrückt und an den Rand gedrängt wurden, dass ihr Land mit den Kulturen und Denkweisen eines anderen Volkes gefüllt wurde. Das ursprüngliche Volk mag in Vergessenheit geraten sein; aber selbst dann, werden nach dem Prinzip der Ordnung die geistlichen Mächte über diesem Gebiet diejenigen, die sich das Land gewaltsam angeeignet haben, nicht als Autorität anerkennen. Die Schrift sagt, dass es vier Handlungen gibt, die das Land verunreinigen: Götzendienst (Jeremia 16,18); sexuelle Unreinheit (3.Mose 18,22-28); Blutvergießen (4.Mose 35,33); gebrochene Verträge (Jesaja 24,3-6). Für den Moment wollen wir davon absehen zu definieren, was die geistliche Autorität der Ureinwohner wäre, oder wer und was ein Torhüter ist. Wir wollen uns vielmehr die Folgen ansehen, die durch die kolonisierenden Völker ausgelöst wurden. Das Blutvergießen und die gebrochenen Verträge haben das Land verunreinigt. Lasst euch nicht durch den äußeren Anschein von Segen und Wohlstand täuschen. Wenn das Wort Gottes sagt, dass ein Land verunreinigt ist, dann ist es so. Ich behaupte, dass die allgemeine geistliche Armut und oberflächliche Hingabe an den Herrn in der Gemeinde eine Tatsache darstellt, die diese Behauptung bestätigt. Um den Fluch von einem verunreinigten Land zu entfernen, sind Buße, Versöhnung und Rückerstattung (Wiederherstellung) nötig.

Denkt einmal über Folgendes nach: Vielleicht ist das ja ein Grund, weshalb der Feind den totalen Krieg gegen alle Ureinwohner der Welt ausgerufen hat; er fürchtet ihre stillgelegte Autorität. Tatsächlich wurden sie ihres Selbstwertes, ihrer Identität und ihres Selbstvertrauens beraubt. Das hat zur Folge, dass ihre Waffen der Anbetung zum größten Teil brachliegen. Obwohl die Autorität eines Volkes nicht geraubt werden kann, um von einem anderen angewendet zu werden, kann ein Volk durch diesen Raub davon abgehalten werden, seine Autorität zu gebrauchen. Genau das ist ein strategisches Ziel der Mächte der Dunkelheit. Würde ihre Ehre – als ursprüngliche Torhüter – wiederhergestellt und ihre Anbetung freigesetzt, könnten sie dann nicht die Fähigkeit besitzen, die Atmosphäre über ihren Ländern bedeutend zu verändern? In den letzten beiden Jahren haben wir eine Bewegung des Heiligen Geistes gesehen, die eine Offenbarung von Gottes Plänen für Israel über verschiedenen gläubigen Gruppen von Ureinwohnern von den Enden der Erde freigesetzt und sie in Beziehung mit dem Leib Jesu im Land gebracht hat. Wenn diese Ureinwohner die strategische Position Israels in der göttlichen Ordnung anerkennen und somit Gott ehren, werden auch sie von Gott geehrt, wie es in 1. Samuel 2,30 zu sehen ist, und sie werden nach der Verheißung in 1. Mose 12,3 gesegnet.

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